Erinnerung an die Kraft der Heilung – Schamanismus in der Arbeit mit Menschen
Menschen in Heilberufen, in therapeutischen und/oder beratenden Funktionen, in sozialen
Tätigkeiten und Ehrenämtern sowie in Leitungspositionen sind im Geiste eines dual struk-
turierten, zwischenmenschlichen Systems groß geworden und ausgebildet. Das erfordert
das permanente Denken in Gegensätzen: Heilbedürftiger trifft auf Heilkundigen, ein Problem
erfordert einen Befund, Krankheit steht gegen Gesundheit, Leistungsfähigkeit wird von
Störungen irritiert und so fort.
Der Schamanismus als Überbegriff für uralte, überlieferte Heilverfahren kennt diese Spaltung
nicht. Er lebt aus der ungeteilten Hingabe an eine Allem immanente Schöpfungskraft, die
zum Heil-Sein aktiviert wird. Ob das aus dem Gleichgewicht Geratene nun einer Kraft- oder
Seelenrückholung, einer Extraktion, einer Visionssuche, einer Sterbebegleitung oder eines
anderen Anstoßes zur Gesundung bedarf, entscheiden hier nicht individuelle Kenntnisse
und Vorstellungen, sondern der intuitive Zugang zu den kollektiven und spirituellen Kräften,
die die Balance und Ganzheit wieder herstellen.
Wie kann also ein sich und anderen helfender Mensch, der in unserem polaren Denkmodell
zuhause ist, diese jahrtausende lang erprobten Heilweisen in zeitgemäßer Form praktizieren
und dabei sowohl den archaischen Kräften als auch seinem gesellschaftlichen Bezugsrahmen
gerecht werden?
Das Erforschen und Erlernen schamanischer Heilweisen erfordert die Offenheit für Prozessarbeit
und Selbsterfahrung, um die eigene Begabung zu entwickeln und auf ihrer Basis verschiedene
Methoden verantwortlich anwenden zu können. In dieser Bereitschaft ist es möglich, anhand
der uns bekannten Herausforderungen bzw. „Störungen“ im menschlichen Leben beide Welt-
bilder zu einem Lernprozess zu vereinen.
Ausbildung in Prozessarbeit: Seminare für Fortgeschrittene 2012
Tod und Sterben als schamanischer Erfahrungsweg
Wir werden uns mit der Kunst des Sterbens beschäftigen
und erfahren, was Menschen auf diesem Weg benötigen.
Wir werden dem Tod als Lehrmeister für unser Leben begegnen
und uns von seiner Weisheit inspirieren lassen.
Und wir werden an die Grenze zwischen Leben und Tod reisen,
um uns wie anderen die Furcht davor nehmen zu können.
Trauma und Transformation als Initiationserfahrung
Wir werden uns mit der Gesetzmäßigkeit traumatischer Erfahrungen beschäftigen
und erfahren, wie Überlebensstrategien entstehen und wozu sie dienen.
Wir werden unsere Traumaerfahrungen würdigen und anerkennen,
um zu erkennen, was ihre Gabe an uns ist.
Und wir werden Traumata als Initiationskräfte akzeptieren,
die ihren Sinn im großen Kreislauf erfüllen.
Diese beiden Seminare gehen jeweils über drei Tage und sind nur für geübte Schamanisch Reisende aus den Ausbildungen offen.
Bei Interesse bitte direkt bei mir anfragen, die Jahresplanung steht noch nicht fest.
